Paletten um Paletten werden an diesem schneereichen Freitag bei der Firma "Tomo GesmbH" in Hohenems in den LKW der Gebrüder Weiss geladen. Sein Ziel? Die rund 800 Kilometer entfernte Stadt Sisak in Kroatien. Kurz nach Weihnachten verloren dort rund 116.000 Menschen durch mehrere Erdbeben ihr Zuhause. Nun sind Spenden aus Vorarlberg auf dem Weg zu ihnen.

"Glücklich, begeistert, dankbar". Pfarrer Juraj Kostelac, Leiter der Kroatisch Katholischen Mission in der Diözese Feldkirch, fehlen fast die Worte, als er vor den beiden LKWs steht, in denen stetig Winterkleidung, Matratzen, Lebensmittel, Getränke und Rollstühle verschwinden. Sachspenden von Privatpersonen und nahmhaften Unternehmen aus Vorarlberg.

Zusammen für die Menschen in Kroatien

„Den Menschen von Sisak fehlt es in diesen Tagen oft an den einfachsten Dingen. Dank der Spendenbereitschaft unserer Gemeinde und der Vorarlberger Bevölkerung können wir helfen, einige der materiellen Sorgen zumindest etwas zu lindern“, erklärt Pfarrer Juraj Kostelac. „Unser Dank gilt dabei auch Gebrüder Weiss. Ohne den Lkw-Transport würden wir die hilfsbedürftigen Menschen nicht erreichen", freut er sich, dass das Unternehmen kostenfrei einen LKW für die "Wochenendfahrt" nach Kroatien zur Verfügung gestellt hat.

Mehr als 300 Nachbeben

Kurz nach Weihnachten ließen ein schweres Erdbeben und mehr als 300 Nachbeben Kroatien erzittern. Häuser, Krankenhäuser und Kirchen wurden zerstört. Vor allem in den Städten Sisak und Petrinja, aber auch in vielen Dörfern und kleinen Ortschaften herrschen verheerende Zustände.„Die am stärksten vom Beben betroffenen Orte befinden sich in einem extrem strukturschwachen Gebiet des Landes. Heute leben nur noch alte, alleinstehende Menschen in den Dörfern. Infrastruktur, Krankenhäuser und Straßen wurden in den letzten 30 Jahren vernachlässigt, was auch die besonders starken Schäden erklärt", so Andreas Knapp, Auslandshilfe-Generalsekretär der Caritas Österreich.

Leben in Zelten, Autos und Gemeindesälen

„Ich begegne weinenden, traurigen, nachdenklichen und hoffnungslosen Menschen. Viele haben ihre Wohnungen verloren und bleiben Tag und Nacht im Freien, übernachten in Autos, in Zelten und Gemeindesälen. Am schwierigsten ist die Lage in den ländlichen Gebieten", berichtet Marko Cvitkušić, Generalvikar der Diözese Sisak. Die kroatisch katholische Mission in Feldkirch hat zusammen mit der Gemeinschaft der Kroaten in Vorarlberg deshalb eine Hilfsaktion gestartet, um die Betroffenen zu unterstützen.

 Zudem unterstützt die Diözese Feldkirch die Erdbebenhilfe für Kroatien mit einer Spende von 10.000 Euro über die Caritas. Damit sollen rasche Renovierungsarbeiten an den beschädigten Häusern ermöglicht werden.

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